Warum Emotion und Storytelling 2026 über Relevanz entscheiden

Marke als Erlebnis

In unserer täglichen Arbeit mit Marken aus verschiedensten Branchen sehen wir es immer wieder:
Nicht die lauteste Botschaft setzt sich durch, sondern die stimmigste. Menschen begegnen Marken heute in kurzen Momenten: im Scrollen, im Gespräch, im Raum. Was bleibt, ist selten das einzelne Argument, sondern das Gefühl, das sich einstellt.

2025 hat diesen Trend beschleunigt. 2026 wird zeigen, welche Marken daraus Konsequenzen ziehen.

Denn Storytelling ist kein Kampagneninstrument mehr. Es ist der Rahmen, in dem Marke gedacht, gestaltet und erlebt wird. Und genau daran entscheidet sich 2026 Relevanz.

 

Was Markenerlebnis 2026 wirklich bedeutet:

Diese Entwicklung ist bereits bei weltweit führenden Marken zu beobachten: Airbnb macht „Belong Anywhere“ über Community und Plattform erlebbar, Dove hingegen macht „Real Beauty“ spürbar, indem echte Frauen statt Models gezeigt werden und dies in Produkte, Initiativen oder globale Kampagnen einfließt und Patagonia verbindet Produkte mit aktiv gelebtem Klimaschutz.

Sie alle machen uns deutlich: Markenerfolg entsteht dort, wo Haltung nicht erzählt, sondern eingelöst wird.


1. Storyliving statt nur Storytelling
Wir erleben, dass Marken weniger erzählen, dafür mehr einlösen müssen.
Storyliving heißt: Die Markengeschichte zeigt sich in digitalen Touchpoints, in Events, im Service, im Tonfall und in der Art, wie Menschen eingebunden werden.

Erlebnis entsteht dort, wo ein roter Faden spürbar ist. Nicht dort, wo möglichst viele Einzelmaßnahmen nebeneinander stehen. 

 

2. Emotion funktioniert nur mit Substanz

Emotion ist kein Stilmittel. Sie ist ein Versprechen.
2026 wird klarer denn je: Marken, die Zugehörigkeit, Vertrauen oder Aufbruch kommunizieren, müssen diese Haltung auch leben. Und zwar intern wie extern.

Gerade im Employer Branding zeigt sich, wie eng Marke und Unternehmenskultur heute miteinander verbunden sind. Was nicht zusammenpasst, fällt schneller auf als je zuvor.

 

3. Phygitale Experiences sind kein Trend mehr, sondern Erwartung
Online und offline lassen sich nicht mehr trennen.
Markenerlebnisse beginnen digital, setzen sich physisch fort und wirken danach weiter. Messen, Showrooms oder Events entfalten ihre Wirkung erst dann in Gänze, wenn sie Teil eines durchdachten Gesamterlebnisses sind.

Für uns heißt das: Marke wird nicht an einzelnen Touchpoints gedacht, sondern entlang von Beziehungen.

 

4. Gezielte Relevanz statt Gießkanne
2026 geht es weniger um „mehr“, sondern um „passender“. Daten und KI helfen, Inhalte gezielter auszuspielen. Doch die eigentliche Herausforderung liegt woanders: eine klare Markenidentität zu bewahren, während Botschaften differenziert werden.

Eine gute Brand Experience ist wiedererkennbar, auch wenn sie unterschiedlich erzählt wird.

 

5. Verantwortung als Markenerlebnis
Nachhaltigkeit, Diversität oder der Umgang mit KI lassen sich nicht mehr nur kommunizieren. Sie zeigen sich im Verhalten, in Entscheidungen, in der Gestaltung von Prozessen und Inhalten.

Marken, die hier transparent, nachvollziehbar und konsequent handeln, schaffen (bei Kund:innen genauso wie im Team) Vertrauen.

 

Was Marken jetzt konkret tun können: 

1. Markenfundament schärfen
Bevor Kanäle, Formate oder Kampagnen definiert werden, braucht es Klarheit:
Wofür steht die Marke? Welche Emotion soll sie auslösen? Welche Geschichte trägt sie langfristig?

Dieses Fundament aus klarer Positionierung und flexiblem Corporate Design sind keine Einschränkung. Sie sind der Rahmen, der Orientierung schafft.

 

2. Touchpoints priorisieren, Tiefe schaffen
Statt überall „ein bisschen“ zu machen, lohnt sich der Fokus auf zentrale Kontaktpunkte: Website, Social Media, Vertrieb, Recruiting. Entlang dieser Journey lassen sich Inhalte entwickeln, die Markengeschichte und Ziele verbinden. Fokus schafft Qualität.

 

3. Content als Erlebnis verstehen

Guter Content erklärt nicht nur, er fühlt sich richtig an. Sprache, Bildwelt und Dramaturgie zahlen gemeinsam auf das Markenerlebnis ein. Inhalte werden so zu Verbindungspunkten und nicht zu isolierten Maßnahmen.

 

2026 wird kein Jahr der großen Versprechen.
Es wird ein Jahr der Konsequenz.

 

Marken, die ihr Fundament kennen, Erlebnisse bewusst gestalten und Haltung zeigen, werden relevant bleiben. Auch in einem immer dichteren Marktumfeld.

Für uns ist klar:
Marke ist dann stark, wenn sie sich nicht erklären muss, sondern erlebt wird. 

 

Quellen: 

  • https://eu.patagonia.com/de/de/ownership/
  • https://artvertisement.de/branding-storytelling-nike-erfolg/
  • https://www.essentialadvertising.de/post/wie-storytelling-eine-marke-unverwechselbar-macht
  • https://www.further.group/work/airbnb
  • https://www.linkedin.com/pulse/doves-real-beauty-campaign-authenticity-over-shayaike-hassan-w25ve/
  • https://www.dove.com/dach/stories/campaigns/real-beauty-pledge.html
  • https://www.shopify.com/de/blog/marketingtrends
  • https://bythemag.com/the-experience-economy-2-0-why-immersive-brands-will-dominate-in-2026/